Herzlich Willkommen in Groß-Ziescht

"Ville Steene upp de Feldere, un Kriensch an´ne Wäldere, mettenmang de wieße Berke, in´d Derp de Feldsteenkerke. Un äwwerall lehmiger Sand, sou is dat fläming´sche Land."

Groß-Ziescht von oben

"Groß-Ziescht, das war bei mir Liebe auf den ersten Blick", sagte mir die junge symphatische Pfarrerin Uta Wendel, die seit 1992 hier zu Hause ist. Ich kann sie verstehen, denn nicht nur die Einheimischen mögen ihr Dorf, wenn sich Kriensch(Ginster) über und über mit gelben Blüten schmückt, dazwischen weiße Birken in zartem Grün leuchten, die vielen Obstbäume ihre rosa Knospen öffnen, im Sommer die Hitze über den goldgelben Feldern flimmert, im Herbst die Pilze in den Wäldern sprießen oder im Winter Bäume und Dächer glitzernde weiße Hüte tragen. Wer auf der stetig ansteigenden Straße von Baruth nach dem acht Kilometer entfernten Groß-Ziescht kommen will, gelangt zunächst nach Kemlitz. Das sich in einer Talsenke schmiegende kleine Dorf gehört seit 1957 zu Groß-Ziescht. Vorbei an der von Gräbern umgebenen Feldsteinkirche kommen wir zum Dorfteich. Trauerweiden neigen ihre Zweige wippend dem Wasser zu, ihre Blätter flüstern leise im Wind, als wollten sie uns aus alten Zeiten erzählen. Ein Stück weiter sehen wir, ebenfalls auf dem Anger, die Feuerwehr und den alten ehemaligen Gasthof. Die zum Ausruhen einladenden Bänke geben dem Ort eine wohltuende Gemütlichkeit. Kemlitz hinter uns lassend, vorbei an der alten Post-und Heerstraße, gelangen wir durch einen Kiefernwald, an dessen Ende sich uns ein weiter Blick über steinige Felder öffnet. Hier bekommen wir den ersten Eindruck von der fast bis zum Horizont reichenden Weite des Flämings. Apfelbäume begleiten uns, und schon sind wir in Groß-Ziescht.

Doch nun wollen wir uns in dem sauberen, freundlichen Dorf etwas näher umsehen.
An der Landstraße lädt der Gasthof Bergemann ein, den die Jäger zu ihrem Stammlokal erkoren haben. Etwas abseits liegt der Dorfkern mit einem ungewöhnlichen großen Anger, auf dem sich etliche Dorfteiche, die 150 Jahre alte Dorfschmiede der Famillie Schröter und die von 1200 -1230 aus Feldsteinen erbaute Kirche mit ihren breiten mächtigen Glockenturm, der früher wohl auch als Wehrturm diente, befinden. Vom Turm herab hat man einen weiten Rundblick. Auf ihm versammelten sich früher in der Silvesternacht die Musikanten und die Jugendlichen des Dorfes, um das neue Jahr zu begrüßen.

Das Spritzenhaus, sowie Waches gemütliche Gaststätte, die liebevoll Hafenbar genannt wird finden wir ebenfalls auf dem Anger. Auf dem Anger stehen viele Obstbäume. Gänse und Enten fühlen sich hier in ihrem Element. Gegenüber der Kirche befindet sich das Pfarrhaus, in dessen Garten einige, von Christian Radecke geschaffene, Skulpturen stehen. Hinter dem Pfarrgarten können wir am Feldweg einen riesigen Findling bestaunen.
Dann gelangt man an der Motorgetreidemühle der Wohlaufs, die ihre Mühle bereits in dritter Generation betreiben, vorbei am Ende des Angers treffen sich einige Feldwege, wovon der eine durch die von der Eiszeit geschaffenen Rummeln über Mahlsdorf nach Alt-Golßen, ein weiterer nach Sellendorf und Schenkendorf führt. Ein dritter Weg führt von hier über Johannismühle am Wildpark vorbei nach Klasdorf. Etwas abseits liegt der Friedhof.
Hier draußen stand einst auch auf einer Anhöhe am Wege rechts Richtung Mahlsdorf Wohlaufs Windmühle. Auf der anderen Seite vom Anger geht es zu den Viehställen und der Feldscheune der Agrargesellschaft, die Feldscheune brannte am 08.04.1998 aus ungeklärter Ursache ab. Dann ist da noch der Kindergarten, in dem sich die Jüngsten wohl fühlen. Dazwischen reihen sich ehemalige Bauernhöfe und kleinere Häuser aneinander. Nicht vergessen sei der unweit vom Dorf gelegene Schießstand, an dem von den Mitgliedern des Schützenvereins bereits viel Arbeit geleistet wurde. Obwohl die Groß-Zieschter ihren Heimatort lieben, müssen sie ihm doch oftmals schweren Herzens den Rücken kehren, da sie hier kaum Arbeit finden.