Geschichtliches


Entwicklung der Landwirtschaft

Die Bauern im Dorf betrieben ausschließlich Landwirtschaft mit Viehhaltung; Rinder, Schweine, Pferde, Hühner, Enten, Gänse. Die Ackerfläche betrug ca. 495 ha und außerdem ca. 500 ha Wald.Zum Heumachen fuhren die Bauern mit ihren Gespannen zu den Wiesen im Baruther Urstromtal. Namen wie Groß-Zieschter Wiesen und Kemlitzer Heuweg zeugen davon. Später benutzten sie die Straße. Ich kann mich erinnern, daß im Sommer viele Heuwagen in Richtung Fläming an unserem Haus vorbeifuhren. Die Bewirtschaftung erfolgte in wesentlichen mit Pferdegespannen, vereinzelt auch mit Ochsen- (Gustav Koch) oder Kuhgespannen. Es wurden hier Kartoffeln, Roggen, Hafer, Gerste, Weizen und Rüben, als Grünfutter vielfach Luzerne angebaut. In weiteren Jahren ab 1950 auch Futterflanzen wie Seradella, Wasserrüben (Stoppelrüben). Später wurden auch Kartoffeln und Getreide zur Saatgut-Vermehrung angebaut. 1953 wurde eine LPG gegründet.1957 schloß sich dann die LPG Kemlitz an. Damit hatte die LPG 156 Mitglieder und ging 1960 zur Tierproduktion über. Seit 1983 hieß sie dann Tierproduktion Schöbendorf-Paplitz, Stützpunkt Groß-Ziescht. Im Jahre 1958 - 1960 wurde die Landwirtschaft umgestaltet und zu einer Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaft ( L P G ) zusammen geschlossen. Die Bauern mußten je Hektar 1000,00 Mark Inventarbeitrag einbringen, das wurde mit Vieh und Maschinen verrechnet. Dann wurde die anfallende Arbeit von allen Bauern gemeinsam verrichtet. Die Bezahlung erfolgte anhand von Arbeitseinheiten teilweise in Geld und teilweise in Naturalien. Damit konnten sie sich eigenes Vieh füttern (Geflügel und ein Schwein ). Die Arbeit wurden anfangs mit den Pferden der Bauern gemacht, dann wurden allmählich Traktoren angeschaft und andere Maschinen dazu, damit wurde die Arbeit etwas leichter. Im Jahre 1973 wurde der Betrieb geteilt in Viehwirtschaft und Pflanzenproduktion, außerdem wurden die 11 Dörfer um Baruth zu einem Betrieb zusammen geschlossen. Nach der Umwandlung des Betriebes in eine Agrargesellschaft 1991 mußten leider Arbeitskräfte abgebaut werden.
Im Jahre 1968 wurde durch die Russische Armee bei einem Einsatz, der in Richtung CSSR ging, bei uns im Dorf die Straße auf beiden Seiten innerhalb einer Stunde in Grund und Boden gefahren. Es war danach nur noch eine Sandwüste, so das bei Wind und offenem Fenster der Sand in den Stuben auf den Tisch lag. Ein Paar Jahre später wurde dann die ganze Straße (ca.2 km) erneuert. Die Pflastersteine mußten alle von Baruth vom Bahnhof mit Traktoren und Hänger geholt werden. Das Ausladen aus den Waggons erfolgte per Hand und im Nationalen Aufbauwerk d.h. unentgeltlich. Die Pflasterarbeiten führte eine Firma aus Zossen aus. Der Sand, der dazu benötigt wurde, mußte auch unentgeltdlich heran geschafft werden.