Geschichtliches


Kirche

In Groß-Ziescht wurde (1200-1230) die Kirche gebaut, erst ein spätromanischer Feldsteinbau mit einem im Grundriß rechteckigen Schiff, Rechteckchor und Halbrundapsis sowie spätmittelalterlichem quadratischen Westturm. (1929 erstmals erwähnt) Für den Bau der Kirche entnahmen die Groß-Zieschter damals den Kalk aus den nahe am Ort gelegenen Kalkkuten (ca. 1000 Meter, Richtung Merzdorf rechts an der Straße) und die Steine von den Feldern. 1850 wurde bei Groß-Ziescht ein etwa drei Meter unter der Oberfläche gelegenes Braunkohlenflöz gefunden (Schwarzer Berg ), das für den Abbau wohl zu gering war. In der Kirche hatte der Fürst zu Solms seinen eigenen Sitzplatz. Der erste evangelische Pfarrer von Groß-Ziescht und Schenkendorf, der in den Jahren 1529 und 1533 von den Reformatoren visitiert wurde, war seit 1527 Alexius Heinrich von Radeburg. Er blieb Inhaber der Pfarrstelle bis zum Todesjahr Luthers 1546. Das Einkommen des Pfarres war: "Fünfzehn gulden,das opfer, Neun und siebenzigk scheffel Korn wittemberg maß, garten Zinß, huner, alles uff angezeigte XV gulden angeschlagen, Darüber hat die pfarre drey hufen ackers zu grossen Tzschist, drey hufen zu Tschenckendorff, ein garten, kein wisenacker." Cüsters Einkomen war: "sieben gulden, einkomens der Cüsterey Vierzigh scheffel korn, Neun und sechtzig brot, eyer und das Neue Jar angeschlagen." Die Kirche Groß-Ziescht ist von einer Mauer aus ungleichmäßigen Feldsteinen umgeben. An der Seite vor dem Eingang der Kirche stand das aus zum Teil gehauenen Feldsteinen errichtete Kriegerdenkmal, an dem vier Tafeln mit den Namen der gefallenen Soldaten angebracht waren. Dieses Denkmal wurde dann im Auftrag von Pfarrer Bockelmann abgerissen. Zwischen der Mauer und der Kirche war auf der linken Seite der erste Friedhof. Als dort kein Platz mehr war, wurde dieser dann später nach außerhalb verlegt. 1941/42 wurden die alten Gräber eingeebnet und die Denkmäler abgeräumt. Aufgrund der Kriegserfordernisse mußten auf dieser Fläche Maulbeer-Sträucher angepflanzt werden. Diese sollten zur Zucht von Seidenraupen dienen. Damit sollte Naturseide zur Herstellung von Fallschirmen produziert werden. Die Arbeiten wurden von unserem Lehrer Friedrich Knöfel mit den größeren Schulklassen durchgeführt. Da jedoch die Sträucher erst einige Jahre wachsen mußten, ist aus der Raupenzucht nichts mehr geworden.