Geschichtliches


In Groß-Ziescht wurde (1200-1229) die Kirche gebaut, erst ein spätromanischer Feldsteinbau mit einem im Grundriss rechteckigen Schiff, Rechteckchor und Halbrundapsis sowie spätmittelalterlichem quadratischen Westturm. (1229 erstmals erwähnt).

Im Historischen Ortslexikon wird (Groß-)Ziescht („Tzist“) erstmals 1363 erwähnt.

Im Jahre 1363 wurde "Tzist" in einem Magdeburger Copiar als Kirchdorf erstmalig urkundlich erwähnt. 1420 heißt der Ort "cziste". 1444 ist dann aber in einer Urkunde von "an grossen und an cleynen Czschist" die Rede, somit von Groß-Ziescht und Klein-Ziescht. Im Jahre 1926 ist die amtliche Schreibweise "Groß-Ziescht".
Wann und durch welches schicksalträchtige Ereignis sich der ehemalige Ort "Cziste" in zwei Wohnstellen teilte, ist nicht bekannt. Mündliche Überlieferungen sprechen von einer Trennung im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), was aber anzuzweifeln ist. Die Geschichte gibt uns immer wieder Rätsel auf. Laut den vorhandenen Dokumenten können beide Dörfer, Klein-Ziescht und Groß-Ziescht, in diesem Jahr ihren 550. Geburtstag feiern. Groß-Ziescht liegt etwa 150 Meter über dem Meeresspiegel auf den Ausläufern des Niederen Flämings, an der nach Dahme führenden Straße und grenzt mit seiner Flur an die Niederlausitz. 1816 kam das bis dahin zu Sachsen gehörende Dorf zu Preußen. Es unterstand der Baruther Herrschaft von 1444 bis 1872 mit der Gerichtsbarkeit und hatte Abgaben in Geld - und Naturalien zu leisten. Nachdem Groß-Ziescht bis 1946 zum Kreis Jüterbog-Luckenwalde und von1946 bis 1952 zum Kreis Luckenwalde, danach einige Monate zum Kreis Luckau und danach zum Kreis Zossen gehörte, wird es ab 1994 vom Großkreis Teltow-Fläming verwaltet. Groß-Ziescht gehörte zu den ersten Gemeinden, in denen die Reformation eingeführt wurde. Im Jahre 1529 fand von Wittenberg aus, unter Mitwirkung Dr. Martin Luthers, im Dorf die erste Kirchen und Schulvisitation statt. Viele Schicksalsschläge mußten die Groß-Zieschter im Laufe der Jahrhunderte hinnehmen.1589 gab es einen verheerenden Brand, dem fast alle Häuser zum Opfer fielen, bei dem auch die Kirchenbücher vernichtet wurden. Im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 hatten die Bewohner unter räuberischen Überfällen schwer zu leiden. Damals bezog eine große Abteilung der Schweden in Groß-Ziescht Quartier und brandschatzte von hier aus die umliegenden Dörfer. 1631 wütet die Pest im Dorf und forderte viele Opfer.
Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts nutzten die wenigen noch verbliebenen Einwohner zum Wiederaufbau Nach und nach konnte dann auch das Innere der Kirche ausgestaltet werden und für die Schule neue Schulbänke gekauft werden. 1757 brach ein fruchtbares Hagelwetter über das Dorf herein, wobei viele Scheiben zertrümmert wurden und auf den Feldern großer Schaden entstand. Ein Jahr später, im Siebenjährigen Krieg, mußte der Ort eine preußische Einquartierung ertragen. Die beiden Weltkriege gingen ebenfalls nicht spurlos an dem Dorf vorbei.

Nach und nach siedelten sich im Ort die Flamen an (daher der Name Fläming). Sie kamen aus Holland und Belgien. In Groß-Ziescht war die bäuerliche Entwicklung stabiler als in den Orten Schenkendorf, Glienik und Damsdorf. 1529 gab es in Groß-Ziescht 19 Hüfner und 7 Gärtner, 1624, kurz nach dem Beginn des 30jährigen Krieges, 18 Hüfner und 10 Gärtner und um 1666 wurde die gleiche Anzahl von Wirtschaften, zusätzlich Pastor, Schulmeister und Schmied genannt. Auch 1769 existierte die gleiche Zahl von Gütern, nur ein Hüfnergut war geteilt worden. Außerdem befanden sich nun im Dorf noch ein Hirten- und ein Feldhüterhaus. In den späteren Jahren wurden durch Teilung und Neuansiedlung bis heute (1999) 54 Höfe. Es wurde hauptsächlich Landwirtschaft betrieben.

(1753-1755) Wiederaufbau der abgebrannten Pfarr- und Schulgebäude zu Groß-Ziescht.

Im Post und Zeitungslexikon von Sachsen gesammter König! Und Fürst!. Sächsischer Lande,von 1816 wird Groß-Ziescht als ein Dorf in dem Herzogth(um) Sachsen,im Wittenberger Kreise, im Amte Schlieben, im zweiten Antheile der Herrschaft Baruth, 2 Stunden südl(ich) von Baruth entfernt gelegen bezeichnet.

Hier ist eine Mutterkirche, mit einem Filial im Dorfe Schenkendorf und eine Schule, die unter der Inspection Baruth stehen.

Der Ort Groß-Ziescht gehörte zu Kursachsen und kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts an die Provinz Brandenburg.

1843 gab es in Groß-Ziescht 2 Windmühlen. Gottfried Pusemann, Carl Rostock.

Es wurde hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Elektrizität gab es natürlich auch noch nicht.
Erst 1922 wurde von der Firma Kupsch & Kupsch im ganzen Dorf die Stromversorgung gebaut.

Im Dorf gab es auch eine Feuerwehr mit einer Handdruckspritze.
Nachdem die alte Handspritze 1928 ausgedient hatte,( in der mann das Wasser mit dem Eimer rein gießen mußte und mit 4 oder 6 Mann an jeder Seite gepumt werden mußte, es wurde nur der Druck verstärkt) wurde im Jahre 1929 für die Feuerwehr eine Motorspritze angeschafft.
Mit Otto Reichert als Wehrleiter, Otto Hahn als Stellvertreter,Hardwig Schröter als Maschinist.
Das Gerätehaus war ein Fachwerk Gebäude(Feuerwehr-früher) mit Schlauch Trockenturm aus Holz, das später durch ein neues Gebäude ersetzt wurde (Feuerwehr-jetzt)

1928/29 wurde in Groß-Ziescht eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr war Otto Reichert dann Otto Hahn, und als Maschinist war der Schmied Hardwig Schröter aus dem Dorf eingesetzt, weil er immer im Dorf war. Mit der neuen Technick mußte dann immer tüchtig geübt werden daß alles klappt (im Fall eines Einsatzes). Im Mai 1930 war dann Technische abnahme verbunden mit einem kleinen Fest. Ab 1960 war Rudolf Hahn der Leiter der Feuerwehr, sein Nachfolger wurde 1990 Axel Voigt.

Als Wasserversorgung fürs Vieh diente der Dorfteich (der mitten im Dorf) auf dem bis 1945 von den Pächtern (Möring aus Baruth) Fischzüge veranstaltet wurden, die neben dem Verkauf auch zur Volksbelustigung dienten. 1884 kostete ein Zentner Karpfen 60 Mark. Er hatte eine Größe von ca. 1,5 ha. Um den Teich siedelten sich die Bauern an. Dadurch entstand dieses typische Angerdorf mit einseitiger Bebauung der Dorfstraße und dem Dorfanger Von dem Großen, etwa sieben Morgen umfassenden Pfuhl fühlten sich seit jeher die Kinder stark angezogen. Im Sommer lud er zum Baden und Angeln ein. Auch lustige, aber riskante Kahnfahrten in Waschzobern, Brühtrögen oder Wannen wurden unternommen. Im Winter tummelten sich die Groß-Zieschter, wie auch heute noch, auf dem Eis. Für einige Kinder wurde der Pfuhl leider zum Verhängnis, sie ertranken darin.

1952 war der ersten Spatenstich für ein Wasserwerk in Groß-Ziescht. Es beliefert inzwischen die Nachbargemeinden Kemlitz (ca. 3 km) und Merzdorf (ca. 5 km)

1953/1958/1960 wurde in den Dörfern die LPG gegründet.

1990/1991 wurde der Dorfteich entschlammt

1992 Groß-Ziescht erhält eine Kanalisation.

1997 bekam Groß-Ziescht endlich Telefonanschlüsse

1997 wurde in Groß-Ziescht der Schützenverein Albesbrunnen gegründet.

1998 Groß-Ziescht wird Ortsteil von Baruth

Der Ort Groß-Ziescht wurde verwaltungsmäßig 1998 der Stadt Baruth zugeordnet (Baruth Ortsteil Groß-Ziescht). Es gibt also bei uns in Groß-Ziescht keinen Bürgermeister mehr. Es gibt nur einen Ortsvorsteher, an den man sich wenden kann, wenn es irgendwelche Probleme im Ort gibt. Die Stadt Baruth führt seit 1999 folgendes Wappen: Eine grüne Weinranke mit blauen Trauben auf silbernem Grund.

2000 Wurde im Ort die Gasleitung verlegt.

2001 Mai eine neue Bußhaltestelle

Die Einwohnerzahl hat sich seit 1843 wie folgt entwickelt.
1871 besaß der Ort mit 400 seine bisher stärkste Einwohnerzahl, während es zur Zeit nur noch etwa 140 sind.

1843 1954 1955 1964 1965 1968 1969 2000 2002
314 320 300 242 233 214 214 156 152

In der Grafschaft Baruth waren 1843 21 Mühlen in folgenden Orten.

Groß-Ziescht 2
Baruth 8
Paplitz 3
Zesch 1
Klasdorf 1
Mückendorf 1
Mahlsdorf 1
Kemlitz 1
Radeland 1
Schöbendorf 1
Merzdorf 1